Mein Affenexperiment


Geistig minderbemittelt :-)
21. Mai 2011, 16:01
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Oha, liebe Freunde. So wurde ich gerade bezeichnet für diese Art der Ernährung.

Oft bin ich wirklich erschrocken über solche Menschen. Dank meiner Coachingausbildung weiß ich Gott sei Dank viel über Spiegelungen und über Urteile, die man selbst nur dann trifft, wenn man das Urteil in sich selbst findet. Da ich keinerlei Resonanz in mir verspüre für die geistige Minderbemittlung (im Gegenteil, mir wurde sogar eine ausgezeichnete Intelligenz bescheinigt :-) ) werde ich dieses Urteil nicht annehmen. Dennoch ist es erstaunlich und erschreckend, wie viel Hass und Ablehnung eine ethische Lebensart so hervorruft. Dabei bin ich noch nicht mal missionierend unterwegs ( *grummel* könnt ich ja mal). Ich mach hier so mein Ding, werde jeden Tag gesünder und kraftvoller und wundere mich. Ich mache ein Experiment. Offensichtlich geht es mir unglaublich gut damit und alle Krankheiten und Wehwechen verabschieden sich. Und dann dennoch für geistig minderbemittelt gehalten werden? Tjaja.

Dabei ist es inzwischen doch wirklich, selbst für mich geistig etwas eingeschränkte Person, offensichtlich. Die Studien zum Thema Vegetarismus häufen sich und alle haben das gleiche Ergebnis. Vegetariern wird ein 7 Jahre längeres, Veganern ein 10 Jahre längeres Leben bescheinigt. Bei Veganern sind Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen kaum zu finden. Dabei ist hier noch nicht mal eine frische Lebensweise gemeint, sondern die Standard-Lebensweise. Es gibt Institute (Gerson-Institut) die seit 50 Jahren medizinische Fachartikel zu dem Thema frische, pflanzliche Kost veröffentlichen will. Da die Pharmaindustrie an dem Thema Ernährung und generell Gesundheit / Prävention nichts verdient, werden diese eben nicht abgedruckt. Da die Pharmaunternehmen ja in den medizinischen Zeitschriften inserieren, wollen diese nicht verärgert werden.

Was war denn eigentlich der Stein des Anstoßes? Dass ich nicht glaube, dass Schimpansen Tiere jagen und töten. Naja, ich glaube, es gibt Menschen, die Schlimmeres glauben als das :-) Worum es hier geht, ist die Verbreitung der Information, dass Menschenaffen Fleisch essen. Wie sich hinterher rausgestellt hat, waren die Aufnahmen mit ausgehungerten Schimpansen gemacht worden und von der Fleischindustrie in Auftrag gegeben worden. Ich war nicht dabei, keine Ahnung ob das stimmt. Was aber stimmt, ist die neue Schimpansenstudie, bei der man nach einer Herde gesucht hat, die noch nie mit Menschen Kontakt hatte. Die Ergebnisse sind klar. Schimpansen essen Früchte, Wildgrün, Samen, Nüsse und ab und an ein paar Insekten.

Und wenn ich jetzt mal mein Gehirn anstrenge, dann ist es für mich schon ziemlich klar. Nie im Leben würde ein Menschenkind, ein Erwachsener mit eigenen Händen, unserer eingeschränkten Schnelligkeit, unseren Zähnen ohne Hilfsmittel ein Tier erlegen können. Um ihm dann voller Genuss die Kehle durchzubeißen und das Blut zu trinken. Also selbst meine lieben Freunde (und da sind einige Steakliebhaber dabei) gestehen mir diese Logik zu :-) )

Hier das Fazit der jahrelangen “China Study”:

Nach Aussage von Dr. T. Colin Campbell, Leiter der bekannten “China Study” an der Cornell University (eine Langzeitstudie, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit untersucht) “[kann] die überwiegende Mehrheit, vielleicht 80 bis 90 Prozent, aller Krebserkrankungen, Herzkreislauferkrankungen und anderer Formen degenerativer Erkrankungen vermieden werden, zumindest bis ins hohe Alter, indem man sich schlicht und einfach pflanzlich ernährt.”

Und hier noch ein Zitat von Goethe…wunderbar:

Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist. – GOETHE

Also: Ich bin zu einem respektvollem Austausch jederzeit bereit. Diffamierende und beleidigende Äußerungen gehören für mich in die Kategorie “unakzeptabel” im menschlichen Umgang untereinander.

Und jeeeeetzt ein absolutes Highlight. Mein Mittagessen: Ein Rucola-Vogelmiere-Salat mit Avocado, Erdbeeren und Koriander-Limonen-Erdbeer-Dressing. Hach :-)

 



Überleben in der Wildnis – hmpf :-)
20. Mai 2011, 06:57
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Meine Freundin ( http://roh-macht-froh.limx.net/ ) hat mich mit Ihrem Artikel auf einen Gedanken gebracht, den ich schon öfter hatte.

Wenn ich so unglaublich öffentlichkeitswirksam mit Hund, Rucksack, großer Tupperdose und einem Bestimmungsbuch durch die Gegend streife, ziehe ich mich besonders cool an. Als coole Verrückte zu gelten ist immer besser als für einen “durchgeknallten Öko” gehalten zu werden. Da bin ich ja eigen, ein wenig muss ich ja auf den Ruf meiner Töchter achten :-) Während ich also so unfassbar cool durch die Gegend streife und Wildsalat einsammel (ja, ich merk selbst, wie sich das anhört, ehm) war ich schon häufiger wirklich mal stolz wie Bolle und Oskar zusammen. Das ist schon ein tolles Gefühl, zu wissen, was man draußen essen kann. Und das auch noch VÖLLIG umsonst. Mein Mann sagte, dass jetzt bestimmt alle Bioläden in der Umgebung pleite gehen, weil ich die Hälfte meines Essens völlig kostenlos bekomme.

Skeptisch sind sie alle. Kann man das echt essen? Ist da nicht der Fuchsbandwurm drauf? Ist das nicht giftig? Bist du eine Kuh? Aber dennoch – das was wir schon lange verlernt haben, unsere Großmütter aber noch wussten, das erarbeite ich mir neu. Was für ein Geschenk. Na gut, meine Kinder drehen nicht gleich durch, wenn ich stolz und aufgeregt mit ner Kiste Vogelmiere nach Hause komme. Aber ich höre ab und an, wie die Große das rumerzählt. Und auch irgendwie stolz ist, dass sie sich ein wenig auskennt. Auf die Verpackung kommt es an. In Gesprächen bin ich ja ein Fuchs und arbeite an dem Wildsalat-Image :-) Ich schlage den Bogen von der Wichtigkeit des Grüns in der Ernährung, erzähle dazu was von Muskelaufbau und Sättigungsenzym (alle, die abnehmen wollen, bekommen da sooooolche Ohren :-) und Magensäurekonzentration und wenn sie ganz gebannt an meinen Lippen hängen und fragen, was ich denn so Grünes esse (Feldsalat?), dann überrasche ich sie aus dem Hinterhalt und sage (natürlich wieder unsagbar cool): “Neee, das ist ja Weichei-Salat. Ich ess Wildsalat. Da ist teilweise 1500 mal mehr drin als in den normalen Salaten.” Dann sagen sie: “Ohh, ja den gibts aber nur im Bioladen, oder?” (und der Begriff “teuer” wird nicht ausgesprochen, aber ich sehe ihn auf der Stirn) und dann schieße ich locker aus der Hüfte: “Nein, um Gottes Willen, das ist doch teuer. Der wächst doch gerade wie verrückt überall.” Und dann tüte ich alles ein und alle gehen mit mir spazieren und schauen sich auch das Wunder der Natur an. Hach, das ist schön!

In diesem Sinne wünsche ich allen ein tolles Wochenende!



Widerstände
19. Mai 2011, 07:11
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Womit haben wir es häufig zu tun, wir Affen? Mit Widerstand, richtig? Was sind wir? Also ich beschreib mal mich. Ich übernehme keine Haftung dafür, ob sich jemand wiederfindet :-) Ich bin (ob in den Augen der Anderen oder meinen ist erst mal egal) im schlechtesten Fall: nie zufrieden, exzentrisch, rechthaberisch, verrückt, unverantwortlich, sprunghaft, will nur im Mittelpunkt stehen, schlecht informiert und fanatisch.

Im besten Fall (ja mmh, das macht mehr Spaß) bin ich (sind wir): mutig, interessiert, diszipliniert, besonders, der Zeit vorraus, idealistisch, visionär, gerecht und mitfühlend.

Das alles sind Originalzitate. Keines dieser Attribute habe ich selbst für mich beansprucht, alles wurde über mich gesprochen (mit und ohne mein Beisein). Nun, ich bin der selbe Mensch, richtig? Ich habe mich nicht verändert von einer Meinung zur anderen. Woran liegt es also, wie uns andere beurteilen? Und woran liegt es, was uns daran verletzt und was nicht?

Im Augenblick mache ich ein Experiment. Ein Experiment suggeriert eine zeitliche Begrenzung, das bedeutet, dass ich nicht allzu viel Widerstand ernte. Denn die Menschen glauben, dass ich früher oder später in die Herde zurückkehre. Was ist aber, wenn wir endgültig sagen, dass wir etwas anders machen als der Rest der Herde? Habt ihr euch schon mal in einer Herde der Angestellten selbständig gemacht? Oder seid ihr in einer Herde der Fleischkonsumenten Vegetarier geworden? Vielleicht habt ihr in der Herde der Vorstadtmuttis Euren Mann/Frau verlassen? In der Herde der Übergewichtigen seid ihr plötzlich schlank geworden? In der Herde der Nörgler zum positiven Denker geworden? In der Herde der, sagen wir mal, Frauen in der Medienbranche als Erste in der Abteilung Mutter geworden?

Umgekehrt geht es auch, ist aber nicht so spektakulär, weil die Herden mit einer Negativentwicklung besser zurecht kommen. Dann ist nämlich Hilfe gefragt oder Mitleid und das können Herden ja super, dafür sind sie gemacht.

Wer etwas davon schon einmal gemacht hat, weiß, wovon ich spreche. Und dann geht es nämlich los. Die einen halten einen für verrückt, die anderen für mutig. Kommt auf die Ehrlichkeit und auch auf Sympathie an, vermutlich auch auf die eigenen Wünsche und Träume.

Und was tut uns weh? Wenn mich jemand früher beispielsweise für sprunghaft hielt, dann war ich verletzt und sagte :”So will ich doch aber gar nicht sein. Nie zufrieden mit dem Jetzt.” Irgendwann einmal habe ich aber etwas Grundlegendes begriffen. Doch, ich will so sein. Ich will immer etwas Neues machen, ich will nicht Jahrzehnte lang das Gleiche tun. Ich will sprunghaft sein. Oder besser: flexibel :-) Verletzen kann mich nur etwas, was ich selbst von mir denke. Und dann bin ich sauer auf den, der ausspricht, was ich selbst von mir halte. Ja. Wenn ich mich nicht für sprunghaft, sondern für interessiert halte, dann wird mich die Aussage nicht berühren.

Und: Wenn es keine Verrückten gäbe, dann hätten wir heute noch die Sklaverei, wir Frauen dürften nicht wählen und die Zwangsheirat. Aber es ist eben wie immer im Leben:

“Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.” Victor Hugo

Hier ist ein toller neuer Spot von Peta. Hier werden berühmte Zitate von jungen Menschen interpretiert und es trifft die Thematik auch ganz gut, finde ich.

www.darum-bin-ich-veganer.de

Und wer weiß, vielleicht spricht sich noch rum, dass es einen Zusammenhang zwischen Nahrung und Gesundheit gibt ;-)

Und zum Abschluss noch ein kulinarisches Highlight aus dem LEAF in Hamburg. Großartig!



Warum wir nur uns selbst ändern können!
14. Mai 2011, 17:51
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Die Menschen sind ja schon daran gewöhnt, dass ich immer etwas Neues gemacht habe und jede Idee, sagen wir mal positiv, enthusiastisch umgesetzt habe :-)

Schön ist es und erstaunt bin ich, dass mein Affenexperiment mit jeder Woche mehr Akzeptanz findet. Ich würde fast sagen, dass ich hier und da sogar, vorsichtig gesagt, ein bisschen (einen Hauch, einen Krümel, ein Gramm, ein klein wenig) Bewunderung ernte. DAMIT hätte ich nicht gerechnet. Das ist wirklich schön! Die Menschen probieren aus meinen “grünen” Dosen, stellen Fragen und beginnen meistens das Gespräch mit : “Meine Güte, siehst du erholt aus!”

Natürlich bin ich auch erholt. Seltsamerweise sah ich noch NIE so danach aus wie jetzt. Und das ist anscheinend auffällig. Sprechen möchte ich heute über ein anderes Phänomen. Das Phänomen, das Menschen im Gespräch mit mir befällt. Mit, schätzen wir mal, 80%iger Wahrscheinlichkeit kommt früher oder später der Satz: “Ja, das ist super. Nur damit kann ich meinem Mann (Frau, Kindern, Eltern, Hund, Hamster) nicht kommen. DER würde mir was erzählen!”

Was ist das für eine Aussage? Ich sage manchmal : “Na Gott sei dank müssen wir ja niemanden ändern und können immer bei uns selbst anfangen.” Oh, als ich noch wütender Vegetarier war, da war meine Welt wirklich eine anstrengende. Und da wäre meine Antwort noch anders ausgefallen. So funktioniert das aber nicht. Eindrucksvoll erklären tut dies Moby in diesem Interview für Peta:

Moby für Peta

Wenn wir wütend sind und meinen Recht zu haben spüren alle anderen, dass wir meinen, dass die wiederum Unrecht haben müssen. Welche Basis hat das Ganze bis auf dass sich Menschen verstecken und zu diesen Themen nun gar nichts mehr hören wollen? Ich denke, die wütenden Vegetarier haben uns auch die Bezeichnugen “Körnerfresser”, “Strickpulliträger”, “Grasfresser” und so weiter eingebracht. Ich lasse die Anderen die Anderen sein und habe Spaß an diesem Experiment. Und erwarte nicht, dass das jemand versteht, gut findet oder gar nachmacht. Und oh Wunder: “”Ja, das ist super. Nur damit kann ich meinem Mann (Frau, Kindern, Eltern, Hund, Hamster) nicht kommen. DER würde mir was erzählen!” ist das Schlimmste, was ich zur Zeit höre. Und auch das scheint aus dem Wissen zu rühren, dass man selbst gerne etwas ändern würde, es sich aber nicht zutraut. Und daher muss der Mann, Kind, Hamster, Hund herhalten. Das ist gut. Und ich bleibe dabei. Ich glaube, dass wir uns, unsere Gesundheit, unseren Beruf, unsere Partnerschaft und unser Leben ändern können, wenn wir das wirklich wollen. Und wenn nicht? Na denn, dann warten wir eben auf den Moment, wenn wir es dann wollen. Und solange bleiben wir alle entspannt!

Und ich? Ich hatte die Erkältungen, die Abgeschlagenheit, meine Haut, mein Schlafpensum, mein Energielevel, die Unwissenheit, das ganze Halbwissen, die Theorie wirklich und endgültig satt. Und diese Umstände sind jetzt mein Motor für die Veränderung. Daraus schöpfe ich meine Kraft, auch wenn ich weiß, dass das ziemlich freaky (gemessen an “normalen” Umständen) ist :-)

Und jeder darf jederzeit selbst entscheiden, ob es irgendeinen Umstand im Leben gibt, den man gerne ändern würde. Und dann nicht “die anderen” an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Was interessiert es mich, ob mein Mann, meine Kinder, meine Eltern oder sonst jemand so essen (leben, lieben, arbeiten, denken) will wie ich? Sicher wollen wir für alle das Beste und lieben das Herdengefühl. Doch davon sollten wir uns freimachen. Denn wenn wir wirklich bei uns selbst anfangen und das nicht verbissen sondern fröhlich tun, dann-  ja dann ändert sich manchmal die Welt!

 



Thailand als Schimpansengourmet
12. Mai 2011, 12:48
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Gut, von den Früchten will ich gar nicht anfangen. Die sind natürlich weltklasse. Sonnengereift, ungewöhnlich, samtig und randvoll mit Vitalstoffen.

Erstaunlicher fand ich, dass in Asien zumindest auf der Wellness und Gesundheitsebene vieles an der Rohkost und ihre heilenden und verjüngenden Eigenschaften viel selbstverständlicher sind als hier. Dass es dort ein Rohkostrestaurant gibt, hat mich ja erstaunt, aber als ich anfing zu recherchieren, stellte ich fest, dass sehr viele Spas und auf Entgiftung spezialisierte Einrichtungen Rohkost oder zumindest vegetarische Küche im Angebot haben. Noch erstaunlicher ist, dass das dort selbst bei unseren Landsleuten selbstverständlich ist. Da fängst du hier an und sagst: “Ich glaub, ich ess nur noch Rohkost” und als Reaktion kommt: “OOOh mein Gott, also was du dir wieder ausdenkst. Ausserdem werden ja nicht alle Vitamine so aufgenommen und der Mensch braucht Eiweiß und der DAAAARM, meine Güte, der KANN Rohkost doch gar nicht verdauen.” In Asien habe ich gesagt: “Ich mache da so ein Experiment, ich ess nur noch wie die Schimpansen, also vegan und roh. Halb grün, halb Obst.” Und ernte verständnisvolles Nicken. “Ja, das klingt wirklich sinnvoll. Da entgiftet man natürlich anders. Und erst die Energie… die ist ja wirklich negativ, wenn wir ständig das normale Essen essen.” HÄÄÄÄÄ? Liegt es an der Sonne? An den Früchten? An der Wahrheit ;-) ? Jedenfalls fand ich heraus, dass es auf Samui 4 Rohkost-Entgiftungs-Spas mit Rohkost-Restaurants gibt. Auf Koh Phan Gan ebenfalls mindestens eines. Und nach so langer Zeit ohne wildes Grün war ich doch etwas ausgehungert, so dass ich mich habe einmal mit dem Taxi zum Restaurant bringen lassen und habe DAS hier mitgebracht:

Zwei Mal Frühlingsrollen, zwei Mal Sushi, Kohlrouladen, japanischen Möhrensalat, einen Caesar – Salat und mmmh einen Avocado-Limetten-Kuchen.

Lecker.

In Bangkok zurück gibt es auch hier Möglichkeiten. Unter anderem das Ariya. Dort gab es dann Smoothies, eine surprise Suppe und Surprise Salat und OH GOTT Apfelkuchen. Und das sah so aus:

Die Suppe war wirklich ein Highlight. Es muss Papaya, Mango, Ananas und Cayennepfeffer dabei gewesen sein.

Und hier der Apfelkuchen:

Dieses Experiment fasziniert mich.Ich bin erstaunt, am anderen Ende der Welt Menschen zu finden, die so leben. Ich bin dankbar auf Verständnis zu stossen. Und ich bin voller Freude, dass es mir gut geht. Ich fühle mich tatsächlich wie neugeboren. Und ein bisschen – ein klein bisschen sehe ich auch so aus :-)

Wer nach Thailand fliegt und die Adressen der Restaurants braucht, kann sich gerne bei mir melden!



Entgiftung du fieser Geselle – Die Durchführung
8. Mai 2011, 09:06
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“Was haben Sie denn gebucht, Madaaaam?”

“Einen halben Tag.”

Mitleidiger Blick. Ja, ich weiß, sie sieht mir wahrscheinlich an, dass ich ein halbes JAHR bräuchte. Ein Blick wie: “Ach Sie armes Mädchen, keine 10.000 Euro für 2 Wochen übrig? Ja, da werden wir mal sehen, ob wir an der Oberfläche kratzen können. Aber erwarten Sie nicht zu viel.” Tapfer halte ich ihrem Blick stand. Im Grunde bilde ich mir das wahrscheinlich ein, denn freundlich sind hier alle. Vielleicht guckt sie auch so, weil sie weiß, was mich erwartet.

“Haben Sie schon so was gemacht, Madaaaam?”

“Nein.”

Zweiter mitleidiger Blick. Meinen ersten Kokosnuss-Saft bekomme ich jetzt. Und dann führt mich die nette Dame in den Sauna-Raum. Sie erklärt mir ungefähr folgendes “jubi forrrti minuts in sis souna, juu will swääät verrri matsch.” Ich muss mich echt konzentriere, um das zu verstehen. Also ich werde 40 Minuten bei 50 Grad in der Sauna sein. Eine Infrarotkabine. Dieses Ding soll bringen, dass sich die Hautporen sofort öffnen und so die Ausleitung der Giftstoffe über die Haut ermöglichen. Aha. Ich setz mich in dieses Ding und, also wirklich, dass mit “sofort” tatsächlich “sofort” gemeint war, erstaunt mich aber. Während ich in klassischen Saunen (Saunas – Saunatoren – Saunis , hehe) nicht oder kaum schwitze, bin ich hier sofort schweißüberströmt. Meine Haut sieht seltsam aus dabei, so voller kleiner Gnubbel. Bäh, neee. Schön ist das nicht. Nach einiger Zeit – ich langweile mich zu Tode, weil ich meine Haut lieber nicht betrachten will und somit die Zeitschaltuhr hypnotisiere – bringt mir Madaam den nächsten Kokosnuss-Saft. Und dann darf ich duschen und zum angenehmsten Teil der Prozedur übergehen. Ich werde 90 Minuten “Lymph-Drainage-massiert”. Klingt gut. Ist es auch. Ich schlafe fast ein. So, dass das alles hier Vorgeplänkel war zu der großartigen, nur folgenden Foltermethode, wird mir klar. Die entspannen dich, wiegen dich in Sicherheit, schwallen was von Spa und Entgiftung und Luxury und tataaaa, liegste da, noch angeschickert von der ganzen Entspannerei und bekommst nen Schlauch – ihr wisst schon – da hin, wo sonst nichts hinsoll. Auf so nem Stuhl, der gut beim Frauenarzt stehen könnte. Also gut ist mir dabei nicht. Und dann fängt die Madaam an zu erklären. Für mich klingt das wie: “samaadiekungtwetlidiedka” – und so weiter. Kann an meiner Anspannung liegen, dass mein Gehirn es nicht für nötig hält zu übersetzen. Ich gucke jedenfalls verständnisslos und sage sehr geistreich “Häh?” Beim zweiten Mal klingt es dann wie: “Ich werde Sie jetzt 40 Minuten so quälen, dass sie wünschen tot zu sein. Wahlweise ohnmächtig. Es gibt eine Million Nebenwirkungen und möglicherweise müssen wir Sie danach wegen einer Perforation ins Krankenhaus bringen.” Aber auch hier traue ich dem ganzen beruhigenden Informationen nicht ganz, so dass die Madaam mir nach einem zweiten “Hääh?” geduldig erklärt, dass ich jetzt 4 (!!) Einläufe à 6 Liter bekomme. Der erste mit irgendwelche Kräutern, die beiden folgenden mit Biokaffee und der letzte mit Probiotika. Ich soll mich entspannen (großes Gelächter!). Ich erspare Euch mal die Einzelheiten, jedenfalls wanke ich danach schwindelig und entkräftet zum Duschen und lasse mir anschließend erklären, dass ich jetzt vermutlich durch die gelösten Giftstoffe die nächsten Tage Kopfweh und Muskelschmerzen haben werde, weil die nächsten Wochen alles ausgeleitet wird. Will ich die Entgiftung stoppen, kann ich einfach was normales essen. Will ich die Entgiftung fortführen, soll ich konsequent bei meiner Affennahrung bleiben. Und möglichst die Behandlung in den nächsten Wochen noch mal wiederholen. Aha. Schwach nicke ich und sie führt mich ins Rohkost-Restaurant. Mir ist schlecht, wie nach einem Besäufnis oder nach langer Krankheit. Hier bekomme ich noch mal Probiotika als Shot und danach das:

Einen grünen Smoothie mit Weizengras und Frühlingsrollen. Mann, war das lecker. Ein bisschen versöhnt war ich dann schon.

Und da der Urlaubsspaß dann ja auch kein Ende finden sollte, bekam ich tatsächlich Kopfschmerzen. Eklig. Täglich 3-4 Stunden und so stark, wie ich es gar nicht kenne. Und das jetzt seit 2 Wochen.

Entgiftung ist scheiße. Andererseits frage ich mich, was wir alles so mit uns rumschleppen an Mist, der steckenbleibt und uns langsam aber sicher krank macht, wenn ich mich schon so fühle, obwohl ich seit Jahren vegan lebe.

Weshalb also Entgiftung?

Warum kann man nicht einfach anfangen, wie ein Schimpanse zu essen und es dabei belassen? Sicher kann man das, es dauert nur länger. Es kann sein, dass man sich über Wochen nicht wirklich gut fühlt. Das liegt daran, dass man durch die nun absolut basische Ernährung eine Entgiftung in Gang setzt. Dadurch, dass der Darm aber voll von Schlacken, Verhärtungen und Ablagerungen ist, fangen diese Bestandteile mit der Rohkost zusammen an zu gären. Oft ist unser Darm so voller Ablagerungen, dass Vitamine und Mineralstoffe die Darmwände gar nicht passieren können – was dann bedeutet, dass wir trotz guter Ernährung krank bleiben. Die Rohkost löst diese Ablagerungen zwar nach und nach langsam auf, besonders wenn wir viel wildes Grün als Ballaststoff in unserere Ernährung integrieren. Allerdings entfiften wir dann über Monate, wenn nicht Jahre. Häufig sind dann Ekzeme, Akne, Pilze, Erkältungen und Verschleimungen. Die Haut wird als größtes Entgifungsorgan genutzt.

Insofern ist diese Art der Entgiftung also eine Abkürzung. Ich mag Abkürzungen und den Gedanken nicht, dass ich mich über Monate schlecht fühlen soll und meine Haut noch schlechter werden soll. Vielen Dank auch.

Heute, Muttertag :-) , ist der erste Kopfschmerzfreie Tag. Auch ohne Muskel- und Gliederschmerzen. Hab ich es geschafft? Wir werden sehen. Unterstützend mache ich weiter Basenbäder und kann auch hier endlich wieder Wildkräuter essen. In Thailand habe ich mich nicht getraut, wer weiß, was für Hexenkräuter das sind :-)

Ach ja, 3,5 Kilo abgenommen habe ich. Da wird das Doktorlein staunen, wenn mein Körperfettanteil dann nicht mehr “gerade noch so okay” ist :-)

Und jetzt ab in die Sonne!



Entgiftung du fieser Geselle – Teil 1 – Die Idee
1. Mai 2011, 15:09
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Ist das nicht ein anzustrebendes, hochtrabendes, irgendwie auch sehr vornehmes Wort. “Tut mir leid, ich mache gerade eine Entgiftung.” klingt irgendwie stylisher als: “Sorry, ich ess nur Hasenfutter.” Nun gut, falls es niemand mit Alkoholismus oder Drogen in Verbindung bringt. Auf Englisch finde ich es noch besser: Detox. Also das klingt für mich schon nach weniger Falten und glatter Haut (von Botox vielleicht?) und nach Jugend. Tja, das habe ich gedacht. Da kam das Wörtchen Entgiftung im coolen Gewand daher und entpuppte sich als fieser, mieser, böser, hinterlistiger und gemeiner Geselle. Nichts ahnend und hoch euphorisch und seit ein paar Tagen 100 % dem Affenleben verschrieben komme ich noch ganz unschuldig mit meiner Familie im Rahmen einer Inselumrundung an dem hier vorbei:

Nachdem ich mir ungläubig den Staub aus den Augen gewischt habe, fing ich an zu kreischen. Ich denke, dass auch mein unkontrolliertes Hüpfen auf dem Sitz zu einiger Irritation geführt haben muss, denn bis ich mich verständlich machen konnte, waren wir natürlich am Laden vorbei. Also schmollte ich eine halbe Stunde, bis wir eben keine Inselumrundung mehr machten, sondern irgendwann einen RÜCKweg antraten, um unser Dinner in dem Restaurant einzunehmen. Nun, ich war die einzige, die da irgendwas einnahm, weil ich jedes Mal anfing zu knurren, wenn mir jemand was wegnehmen wollte. Das war so himmlich und ich so geschockt, dass es das gibt. Also ich mein in Wirklichkeit Menschen, die so leben, wie ich es gerade probiere und das auch noch BERUFLICH machen. Das ist so, als würde ich als Kind auf den Mars fliegen wollen und jemand macht das dann tatsächlich. Und so wie der LAden aussah, kann der Besitzer da gut von leben, keinerlei Schimmelerscheinungen, tote Insekten in den Ecken oder sonst was. Kein Öko mit Körnern zwischen den schwarzen Zähnen (weil er die nur mit Baumrinde putzt) und auf die Knochen abgemagert, weil “Kind das ist doch kein ESSEN. Das ist grasen. Weisst du, wie ne Kuh.” Nichts davon. Zwei nette Mamis, ausnehmend vornehm gekleidetes Restaurantpersonal (nix von hinter der Theke und sonst arbeitslos) und schönes Ambiente. Lecker war es auch.  Hypnotisiert und SATT holte ich mir den Flyer von dem Ding und stellte fest, dass DA EIN GANZES ENTGIFTUNGSKONZEPT hintersteckte. Also jetzt mal in echt, das war zuviel für meine Nerven. Das Detox-Programm umfasste viele Dinge, die ein David Wolffe oder Markus Rothkranz predigen, weil “Sie echt nicht wollen, dass das ganze Zeug über ihre Haut entgiftet.” (David Wolffe in “Du bist was du isst”) Recht hat er, will ich nicht. Tut es sowieso schon seit einiger Zeit. Mehr brauche ich nicht. Lange Rede, kurzer Sinn, völlig euphorisch und geradezu high beschloss ich, meinen Affenweg abzukürzen. Es kann bekanntlich JAHRE dauern, bis man entgiftet hat, wenn man einfach nur auf Rohkost umstellt. Ich bin ein Freund der kurzen Wege, Flugzeuge und vom beamen, wenns das endlich gibt. Ausserdem will ich alles sofort. Gebucht habe ich einen halben Tag in diesem Entgiftungs-Spa und kam mir großartig erwachsen dabei vor. Hach. Die Dame will entgiften, bitte bestellen Sie das Taxi. Hach und die Dame entgiftet. Und fühlt sich gar nicht mehr nach Dame. Bäh. Bekommen hat sie für ihr Geld eine Infrarot-Saune, eine Lymphdrainage-Massage und eine Hydro-Colon-Therapie. Alles noch nicht gemacht. Alles klang ja ganz gut. Das hatte die Dame jetzt davon. Nur wusste sie noch nichts, als sie morgens im Spa eintraf. :-)



Knoblauch
29. April 2011, 07:12
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“Sag mal Schatz, da war doch was mit dir und Knoblauch?”

“Was? Hmpf. Lecker.” Salat mit Knoblauchoel. Lecker. Ich ess jeden Tag Papayasalat oder Mixed Salad. Da es vegan und roh variantenreicher nicht geht, war dann heute mal ein anderes Restaurant dran. Mal schauen, was die so hinkriegen beim Mixed Salad. Lecker.

“Das riecht bis hier.”

“Ja, ist n bissn viel drin, glaube ich. Aber ist bestimmt nicht so schlimm.”

“Nicht das du nachher Bauchweh hast.”

“Nee. Von dem bisschen.”

“Das riecht bis hier, das bisschen.”

“Meine Guete. Ist ja gut. Ich ess nur die Haelfte.”

Bfff. JETZT habe ich Bauchweh. Nein ich glaube, ich habe mich vergiftet. Da muss was von ner Kobra drin gewesen sein. Ja, ich weiss. Ich vertrag Knoblauch nicht gut. Ich hatte nur vergessen, wie schlecht. Ich glaub, ich muss spucken. Okay, grummel, vielleicht auch nicht. Wir werden sehen. Die Nacht ist schlecht, baeh.

“Mach dir nichts draus. Das wird schon wieder.”

“Bestimmt nicht, ich muss sterben.”

“Nein, sicher nicht, das schaffst du.”

“Kuemmer dich gut um die Kinder.”

“Mach ich, schlaf jetzt.”

Stoehn.

“Ist doch noch nie passiert so was. Das kommt ja vollkommen ueberraschend mit dem Knoblauch, nicht?”

“Halt die Klappe.”

Lachen. “Dann schlaf aber.”

 

So. Das sind ich und der Knoblauch. Keine besonders guten Kumpel. Das Zeug soll ja diverse Parasiten und so hinausbefoerdern. Noch nicht mal die moegen ihn. Und ich meins ja immer gut und biete meine Freundschaft an und was ist? Nie was Gutes.

Ich habe es auch schon oefter gelesen. Knoblauch enthaelt Gifte. Oder waren es schwefelhaltige Abbauprodukte. Klingt auch gefaehrlich, finde ich. Ich habe es auch schon gespuert. Nur immer wieder vergessen. Noch nicht mal Vampire moegen Knoblauch. DAs sollte einem ja zu Denken geben. Nie wieder.



Die Sache mit dem Voellegefuehl
28. April 2011, 09:10
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Wieviele Mangos kann man gefahrlos essen? Als ich ankam, habe ich gehofft, dass diese Zahl irgendwo in den Hunderten liegt. Das seltsame an meinem Affenexperiment und somit an der Rohkost ist, dass man gar nicht mehr viel davon braucht. Ich erinnere mich, wenn ich so richtig hungrig von der Arbeit komme und dann erstmal unanstaendige Portionen irgendeines veganen Essens verschlinge. Das kam gar nicht selten vor. Astronomisch grosse Vollkornbroetchen mit Sojawuerstchen, mit Gemuese und Obst. Oder Gemueselasagne oder Nudeln. BIs nichts mehr ging. Vor kurzer Zeit noch probierte ich das Gleiche mit Rohkost. Irgendwie musste es doch moeglich sein, das gleiche Gefuehl zu erzielen. Also dieses “geradewegs ermattet nach einem Marathonlauf und ich kann nicht dafuer garantieren, dass ich jemals wieder aufstehe”. Ihr wisst schon, das Gefuehl, dass man auf polnischen Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten hat. Morgens isst man schon weniger, weil “Schatz, nachher gibts doch essen”. Mittags hat man dann Hunger und trifft schwer entkraeftet auf diesen Geburtsagen ein, wo die Gastgeber seit 6 Wochen nichts anderes getan haben, also ununterbrochen zu kochen. Man arbeitet sich also nach einer Grundlage von frischem Brot mit Kraeuterbutter durch die verschiedenen Salate, isst dann die Notfall-Suppe (“Meinst du, wir haben genug Schatz? Nicht, dass die hungern.” – “Na, klaaar haben wir genug.” -  “Ich glaub, ich mach vorsichtshalber noch Suppe.”) um dann endlich zu den Hauptgerichten zu kommen. Netterweise weiss seit Jahren jeder, dass wir Vegetarier sind und so gab es immer vegetarische Burger, Wuerstchen, Bratlinge und allerlei anderes, womit wir uns den Magen verderben konnten. So jetzt ne Pause. Und dann Kuchen. Selbst der wird von unseren wirklich bezaubernden Freunden vegan gebacken, weil die festgestellt haben, dass das dann geschmacklich eh keinen Unterschied macht und zudem auch noch einfacher herzustellen ist. So, voll wie wir sind, gibts jetzt ein Bier. Fuer die Frauen auf polnischen Geburtstagen natuerlich Sekt. Glasklar, passt besser zu pinkem Lippenstift :-) Aber nein, das stimmt gar nicht mehr. Seit Jahren habe ich keine mehr mit pinkem Lippenstift gesehen. Den beanspruchen jetzt andere Nationen fuer sich. So, randvoll mit Kuchen, Salaten, Burgern und Suppe und Sekt. DAS Gefuehl meine ich. Und DAS versuchte ich mit Rohkost zu imitieren. Mit moeglichst fettiger Rohkost, ist doch klar.

Soll ich mal ein Geheimnis verraten? Es geht nicht. Nix da. Die Natur ist schlauer als ich. Schlauer als der Homo sapiens. Waehrend wir mit Gekochtem die Natur austricksen und diese das Essen gar nicht als Nahrung erkennt und wir folglich so viel essen koennen, bis wir buchstaeblich nicht mehr gehen koennen, so erkennt die Natur Rohes sehr wohl und sortiert fleissig, hier das Vitaminchen hin, da das Enzmchen hin und das Mineralstofflein eben hierhin und schwupps – mehr geht nicht, weil mehr nicht benoetigt wird. Tja, das ich das Voellegefuehl mal vermissen wuerde, ist schon eigenartig. Wie sich das schon anhoert. Wie etwas, an dem man erkranken kann und ganz sicher nicht vermissen will. Aber doch – so war es. Aber wenn man da erst mal duch ist, dann gehts ploetzlich irgendwie anders.

Dabei ist das Phaenomen eher besorgniserregend. Das wir Menschen immer bist Oberkante Oberlippe essen muessen oder wollen. Wissenschaftlich gesehen befindet sich unser Koerper naemlich seit Jahren im Hungerzustand. Wir essen und essen und der Koerper wird dennoch nie wirklich satt. Wieviel Frisches landet denn an einem durchschnittlichen Tag auf unseren Tellern? Morgens Brot mit was drauf, Mittags was gekochtes oder den Weicheiersalat, wo nichts mehr drin ist. Nachmittags Kuchen oder ein Broetchen und abends wieder gekocht. Maximal 10-15 Prozent Frisches, wuerde ich sagen. Und schon mal von Leukozytose gehoert? Nichts, aber auch NICHTS, was gekocht oder gebacken oder sonstwie erhitzt wurde und somit seine Zellstruktur veraendert hat, erkennt der Koerper als Nahrung. Im Gegenteil, er reagiert darauf mit der Leukozytose – einem Zustand, der im Koerper nach Giften oder anderen schaedlichen Stoffen eintritt. Mit der Reinigungspolizei. Besser und richtig wissenschaftlich erklaert wird das hier:

http://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2002/05/22/cooked-food-part-one.aspx

Ins Deutsche uebersetzt findet ihr den Artikel auf der Page meiner Freundin:

http://roh-macht-froh.limx.net/2011/03/20/grunde-fur-rohkost/

Gruselig. Das ist mal klar.

Also: Das Voellegefuehl liess sich also nicht imitieren. Man moechte meinen, dass man sich nach einiger Zeit nur bei Mangos (Der Anspruch reduzierte sich von mehreren Hundert auf 2 am Tag) und Kokoswasser rank und schlank fuehlen sollte. Aber was passiert physikalisch bei Hitze? Alles dehnt sich aus. So auch ich. Ich fuehle mich wie so eine pralle Wassermelone :-)

Dennoch: Da ich mich gut fuehle und das frische Essen geniesse, kam ich auf eine sagenhafte Idee. Ich habe die wirklich weltbewegende Idee gehabt, dass man meine Entgiftung ja mal beschleunigen koennte. Haelt David Wolffe fuer eine gute Idee. Und Markus Rothkranz auch. Entgiftung, ja. Das klingt doch schon nach Gesundheit. Tja, wie DAS dann war … Aber dazu spaeter mehr.

 



Reisefieber
16. April 2011, 03:47
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Drei Uhr morgens … lallalaaa. Super, bin gespannt, wie die Reise mit den Kindern durchzuhalten sein wird, wenn ich nicht schlafen kann. Aufgeregt bin ich. Und mein Gepäck mutet schon seltsam an :-) Die gemahlenen Kräuter lass ich doch besser zuhause, die sehen so ehm ja … verboten aus. Nachher müssen wir noch warten, weil die thailändische Polizei mit mir sprechen will. Da vertraue ich mal lieber darauf, dass sich schon was Grünes finden wird. Dürfte ja eigentlich nicht so schwer sein. Ansonsten habe unter den verwirrten Blicken meines Mannes 6 Paar Schuhe eingepackt (wer bitte schön könnte das für zuviel halten?), einen kleinen Stofffetzen hier und da uuuund Cashewkerne, Sonnenblumenkerne, Trockenfrüchte (Ananas, Maulbeeren, Aprikosen), Macadamias, Kokosnuss-Streifen … und auf den lieben Hinweis meiner Freundin, dass in Thailand das alles WACHSEN würde, konnte ich nur auf mein Reisefieberfresssyndrom hinweisen. Wenn ich also den Ferienanfangsverkehr mit 67 Nachfragen “Wann sind wir daaaaa?” überstanden habe, fünf mal Tränen getrocknet habe, weil die Schwester garantiert auf dem besseren Autositz sitzt und die Sonne zu doll oder nicht doll genug scheint (Reisefieber bei Kindern gibt es nämlich auch), bin ich schon mal gestresst. Dann erwartet mich vermutlich folgendes: Am Flughafen angekommen, werden wir vermutlich neben der Schlange stehen, die schon betrunken ist, weil das Flugzeug zum Ballermann fliegt. Es wird also aus unerfindlichen Gründen schon gegrölt werden und ich werde das Verhalten cooler Typen mit Jeans und engen Shirts studieren dürfen. Das wird eine nette Fallstudie werden, die nur unterbrochen werden wird von meinen Töchtern, die sich fragen, warum erwachsene Männer das “Rote Pferd” singen. Nun, ich denke, das wird mich nicht weiter stressen, weiss doch jeder, dass man das “Rote Pferd” singen muss, wenn man morgens um 6 angefangen hat zu trinken. Das werde ich vermutlich also gut erklären können. Etwas schwieriger wird sein, eine plausible Erklärung für den unmöglichen Umstand zu finden, dass man nicht gleichzeitig am Fenster, neben Mama UND Papa  UND am Gang sitzen kann, damit man ungestört durch die Gänge laufen kann, wenn einem danach ist. Das “Warum?”, das 17te in diesem Fall, werde ich mit einer physikalischen Unmöglichkeit beantworten müssen, obwohl doch jeder weiß, dass Physik nicht meine Stärke ist. Und werde am verständnislosen Blick meiner Tochter feststellen, dass Physik auch nicht unbedingt ihre Stärke ist. Spätestens JETZT habe ich vergessen, dass der Weg das Ziel und der Urlaub schon mit der Anreise beginnt und muss essen. Weit und breit keine Wildkräuter und weit und breit große Lust auf Kaffee, Schokolade, Kuchen, Kekse und Eis. Das kenne ich schon von den vergangenen Reisen. Also was solls. Deshalb die Tonnen von Gepäck und meine gebeugten Schultern beim Tragen all der Nüsse und Trockenfrüchte. Und im Flugzeug selbst, wenn ich dann Tomatensaft bestellen und Rührei will, weil ich nervös bin und als Kind immer Rührei geholfen hat (und sonst immer bei einem Kater), ja dann werde ich froh sein über meine Vorräte. Ich glaube einfach, dass man das Beamen erfinden sollte, denn ich glaube, Schimpansen mögen das Reisen nicht. Das stresst die nur. Selbst die würden dann Katerrührei wollen. Und Wein. Na, der ist wenigstens roh.

Vorteile hatte die gekochte und verarbeitete Nahrung schon. Nachdem ich also um drei Uhr morgens aufgestanden bin, (natürlich nicht, weil wir schon morgens fliegen, wer kam denn bloss auf die Idee?), fast drei Stunden gesurft und geschrieben habe, könnte man ja annehmen, dass man wieder müde sein würde. Früher half Brot und Nudeln vom Vortag, kalte Pizza oder ähnliches beim Einschlafen. Schon beim Essen wurde man wieder träge. Jetzt ess ich hier um mein Leben Bananen, Datteln, Orangen und so und was ist? Nichts ist. Fit, die Vögel zwitschern (die können auch nicht schlafen) und ich sitz hier rum und bin nicht müde. Tjaja. Also träge macht das Essen nicht und das ist eine gute Nachricht. Und gleich noch eine hinterher: Gestern schnupperte mein Mann an mir. Naja, okay, das ist jetzt nicht sofort ne gute Nachricht, wird aber noch. Das kam mir jedenfalls seltsam vor, da das Schnuppern eher nicht romantisch sondern hündisch war und ich befürchtete, dass ich irgendwie in Hundekacke getreten sein könnte.  Dann sagte er aber: “Du riechst so gut.” Ha! Ich riech gut. Und bin nicht träge. Da hat sich schon mal der Aufwand gelohnt :-)





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